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AMARITA Buxtehude

Was ist Multiple Sklerose?

Was ist Multiple Sklerose? Die Multiple Sklerose, oder auch kurz "MS" genannt, ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Schon der Name verrät, dass die Entzündungen an vielen Stellen ("multiple" bedeutet im Lateinischen "vielfach") auftreten und zu einer Vernarbung (=Sklerose) des Nervengewebes führen, die die Nervenimpulse behindern oder gar gänzlich stoppen. Informationen werden nicht weiter geleitet, es kommt zu Funktionsstörungen. Die MS-typischen Entzündungen betreffen zunächst die Isolierschicht (Myelin), die die Nervenfasern umgibt. Sie können an vielen Stellen des Gehirns und Rückenmarks auftreten, sich aber auch wieder zurückbilden. Werden jedoch auch die Nervenfasern selbst geschädigt, bleibt zumindest ein Teil der Störungen bestehen. Der Verlauf kann sehr unterschiedlich sein – entweder ständig fortschreitend oder in Schüben, die sich auch wieder zurückbilden können. Eine Faustregel besagt: Bei rund einem Drittel der Erkrankten verschwindet die Krankheit komplett, bei einem zweiten Drittel bleiben dauerhafte Schäden, die aber nicht einen völligen Verlust der selbständigen Lebensführung bedeuten müssen, bei dem letzten Drittel verläuft die Krankheit ungünstig und wird häufig von sekundären Erkrankungen (Organentzündungen etc.) begleitet.

Wie entsteht eine Multiple Sklerose?

Die Ursachen sind bis heute nicht geklärt. Eine Theorie geht davon aus, dass es um ganz langsam wirkende Viren handeln könnte. Neuere Forschungen gehen davon aus, dass autoimmunologische Vorgänge ursächlich sind, wodurch der eigene Körper fehlerhafte Antikörper (Abwehrstoffe) gegen die eigenen Nervenhüllen produziert. Die im körpereigenen Immunsystem gebildeten Antikörper greifen also die Myelinscheiden der Nervenbahnen an. Man vermutet, dass der Auslöser hierfür tatsächlich eine Virenerkrankung sein könnte, z.B. Masern, in deren Verlauf solche fehlerhafte Antikörper gebildet werden. Sicher ist nur, dass MS weder eine Erbkrankheit noch ansteckend ist und im Alter zwischen 20 und 40 Jahren beginnt. Frauen sind häufiger als Männer betroffen. Vor dem 10. und nach dem 60. Lebensjahr ist das Auftreten eines ersten MS-Schubes äußerst selten.

Was sind typische Zeichen für eine Multiple Sklerose?

Bei rund der Hälfte der Betroffenen sind erste eindeutige Anzeichen:
  • Bewegungsstörungen (unsicherer Gang, starkes Zittern bei Zielbewegungen)
  • Lähmungen der Beine oder Arme, die sich zunächst wieder zurückbilden können
  • Störungen der Blasenentleerung (Inkontinenz)
  • Sprachstörungen
  • Sehstörungen
Der Patient leidet daneben womöglich unter:
  • depressiven Verstimmungen
  • Kopfschmerzen
  • Nachlassen des Gedächtnisses
  • schnellem Ermüden
  • heftiger Gesichtsschmerz (Trigeminusneuralgie)

Wie wird Multiple Sklerose behandelt?

Bislang können nur die Symptome behandelt werden, unklar ist, ob manche Medikamente auch auf die Ursachen einwirken. Bei schubartigen Verläufen werden hohe Dosen von Kortison verabreicht, bei der langfristigen Behandlung soll besonders die Verabreichung von Interferon das Immunsystem regulieren. Gegen die Muskelsteifigkeit lassen sich spezielle Medikamente oder auch Injektionen von Botulinumtoxin einsetzen. Bei fortgeschrittenen Stadien können rehabilitative Maßnahmen die Symptome bessern. Krankengymnastik und der Einsatz von Gehhilfen sollen die Mobilität fördern.

In unserer Einrichtung bieten wir hierzu eine ganze Reihe begleitender Therapieformen an, die stets mit dem behandelnden Arzt und dem Patienten abgesprochen sind:
  • Physiotherapie
  • Logopädie
  • Musikalisch begleitete Bewegungstherapie
  • Ergotherapie
  • basale Stimulation
  • Massagen
  • Bäder

Wie wird das alltägliche Leben gestaltet?

Dem Patienten wird eine speziell geschulte Krankenschwester zur Seite gestellt, die ihn während des Tages bei der Erledigung seiner Grundbedürfnisse unterstützt und zur Reaktivierung verloren gegangener Fähigkeiten motiviert. Ihre Hilfe ist stets Hilfe zur Selbsthilfe. Ziel ist es, ein möglichst eigenständiges Leben und somit auch ein Stück Zufriedenheit mit sich selbst zurückzugewinnen. Um den krankheitsbedingten zunehmenden körperlichen, manchmal auch geistigen Abbau für die Betroffenen akzeptabler zu gestalten, ist ein spezielles Lebensumfeld erforderlich. Dieses Milieu wird durch geschultes Pflege- und Betreuungspersonal fachgerecht unterstützt. Voraussetzung hierfür ist ein besonderes Einfühlungsvermögen. Durch eine adäquate Tagesstrukturierung, die die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten berücksichtigt, sowie eine angenehme und orientierungsfördernde Raumgestaltung soll die Situation verbessert werden. Hilfreich ist dabei auch ein Betreuungsangebot in kleinen Gruppen. Je positiver sich Kontakte und das übrige Umfeld für den Betroffenen gestalten lassen, desto besser kann der krankhafte Prozess aufgefangen werden. Wir gehen mit einem spezifischen Konzept auf die Bedürfnisse der Betroffenen ein. Lebensfreude und Wohlbefinden unserer Bewohner werden durch eine die Sinne anregende Beschäftigung und das Training der Alltagsaktivitäten gefördert. Die Betroffenen sollen sich geborgen und verstanden fühlen.
Persönliche Beratung
Mo. - So.: 8.00 - 20.00 Uhr

Telefon:
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Telefax:
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E-Mail:
amarita-buxtehude@mk-kliniken.com
 
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