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AMARITA Buxtehude

Was ist Demenz?

Was ist Demenz? Demenz ist eine der häufigsten altersbedingten Krankheiten des Nervensystems. Die wörtliche Übersetzung lautet "weg vom Geist" oder "weg vom Verstand". Somit beschreibt der Begriff das entscheidende Merkmal der Erkrankung, nämlich den Abbau der intellektuellen Fähigkeiten. Hierzu gehören die Gedächtnisfähigkeit, die Fähigkeit sich ein Urteil zu bilden, sich zu orientieren und Dinge abstrahieren zu können sowie das Vermögen, sich über die Sprache auszudrücken. Der Abbau dieser Fähigkeiten führt zum Verfall der psychischen Strukturen, die bereits in der Kindheit ausgebildet wurden und damit zu einer schweren Veränderung der Persönlichkeit. Die eingeschränkte Leistungsfähigkeit schlägt sich in allen Alltagsaktivitäten nieder.

Man unterscheidet drei Schweregrade der Demenz:
  • Leichte Demenz: Obwohl Arbeit und soziale Aktivitäten deutlich beeinträchtigt sind, bleibt die Fähigkeit, unabhängig zu leben, mit entsprechender Hygiene und intaktem Urteilsvermögen erhalten.

  • Mittelschwere Demenz: Eine selbständige Lebensführung ist mit Schwierigkeiten möglich und ein gewisses Ausmaß an Aufsicht erforderlich.

  • Schwere Demenz: Die Aktivitäten des täglichen Lebens sind derart beeinträchtigt, dass eine kontinuierliche Aufsicht benötigt wird, z. B. kann der Kranke eine minimale persönliche Hygiene nicht mehr aufrechterhalten, denkt zerfahren und spricht nicht mehr.

Wie entsteht eine Demenz?

Als häufigste Ursache wird heute die Alzheimer-Krankheit angesehen, bei der die Nervenzellen durch krankhafte Abbaustoffe im Zellinneren in ihrer Funktion geschädigt und letztlich zerstört werden. Es können aber auch viele andere Veränderungen im Gehirn das Bild einer Demenz hervorrufen wie z.B. Erbleiden, Stoffwechsel- oder Durchblutungsstörungen.

Die Demenz vom Alzheimer-Typ (DAT) gehört zu den degenerativen Demenzen. Sie ist die häufigste Demenzerkrankung und macht ungefähr 60 Prozent der "primären" Demenzen aus. Die vaskuläre Demenz (meist Folge von Schlaganfällen) wird auch als Multiinfarkt-Demenz (MID) bezeichnet, ihr Anteil liegt bei ca. 15 Prozent. Eine weitere Form der primären Demenzen besteht aus einem gemischten Typus - sowohl aus dem Alzheimer-Typ als auch aus dem vaskulären Anteil - und macht ebenfalls ca. 15 Prozent aus. Die restlichen zehn Prozent der primären Demenzen werden von anderen Typen hervorgerufen, die eher selten vorkommen, wie z. B. Morbus Pick (genetisch bedingter Abbau im Stirnhirnbereich), Korsakow-Syndrom (Kurzzeitgedächtnisverlust bei Alkoholikern) oder Chorea Huntington (erblicher Gehirnabbau mit Bewegungsstörungen).

Der Verlauf der Alzheimer-Demenz ist durch einen kontinuierlichen Abbau gekennzeichnet, während bei der vaskulär bedingten Demenz auch Phasen mit Stillständen und Stabilisierungen vorkommen. Das Endstadium ist durch Persönlichkeitsverfall, absolute Desorientiertheit und sehr häufig motorische Unruhe gekennzeichnet.

Was sind typische Zeichen für eine Altersdemenz?

  • Nachlassen des Kurzzeit- und Altgedächtnisses
  • Nachlassen der Konzentrationsfähigkeit
  • Orientierungsschwierigkeiten bis hin zur Orientierungslosigkeit
  • Ratlosigkeit im Umgang mit den Alltagsanforderungen
  • Sprachstörungen
  • Eingeschränktes Denk- und Urteilsvermögen
  • Fortschreitende Persönlichkeitsveränderungen
  • Antriebsarmut im Wechsel mit Unruhe
  • Störungen des "Schlaf-Wach-Rhythmus"
  • Neigung zur Aggressivität
  • Emotionale Labilität
  • Depressive Verstimmungen
  • Körperlicher Verfall

Wie wird Demenz behandelt?

Grundsätzlich gilt: Demenz ist bislang nicht heilbar. Man kann nur ein Fortschreiten der Krankheit bis zu einem gewissen Grade aufhalten. International werden folgende Schwerpunkte im ganzheitlichen Therapieansatz für wichtig erachtet:
  • Internistische Basistherapie der fast immer vorliegenden Multimorbidität
  • Arzneimitteltherapie
  • Aktivierende Betreuung
  • Körperliches Training
  • Selbsthilfetraining
  • Angepasste Ernährung
In unserer Einrichtung ergänzen umfangreiche Therapiemaßnahmen alle Pflege- und Betreuungsangebote. So können die Bewohner vielfältige Möglichkeiten zur Förderung der vorhandenen Fähigkeiten, Sinneswahrnehmungen, Selbständigkeit und zur Verbesserung des physischen und psychischen Befindens nutzen. Therapeutische Ziele sind die Aktivierung des Patienten, die Verbesserung seiner kognitiven Leistungsfähigkeit und die Kompensation seiner gestörten sozialen Integration.

Jede Therapie erfolgt unter ärztlicher Aufsicht. Dabei können Medikamente das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen. Neurophysiologen haben Präparate entwickelt, die den Mangel von wichtigen Botenstoffen ausgleichen, vor allem des Botenstoffes Azetylcholin (Azetylcholin-Agonisten), oder schädliche Wirkungen mildern, wie z.B. des Botenstoffes Glutamat (NMDA-Antagonisten). Noch in der Erprobung sind Substanzen, die eine Speicherung jener Demenz auslösenden krankhaften Abbaustoffe im Gehirn verhindern.

Wie wird das alltägliche Leben gestaltet?

Um den krankheitsbedingten zunehmenden geistigen Abbau für die Betroffenen akzeptabler zu gestalten, ist ein spezielles Lebensumfeld erforderlich. Dieses Milieu wird durch geschultes Pflege- und Betreuungspersonal fachgerecht unterstützt. Voraussetzung hierfür ist ein besonderes Einfühlungsvermögen.

Durch eine adäquate Tagesstrukturierung, die die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten berücksichtigt, sowie eine angenehme und orientierungsfördernde Raumgestaltung soll die Situation verbessert werden. Hilfreich ist dabei auch ein Betreuungsangebot in kleinen Gruppen.

Je positiver sich Beziehung und Umfeld für den Betroffenen gestalten, desto besser kann der krankhafte Prozess aufgefangen werden.

Das Lebensumfeld des demenzkranken Patienten wird von uns mit Orientierungshilfen gestaltet, über die er sich zurechtfinden kann. Wichtige Informationen erhalten wir durch unsere Biographiearbeit, die ein elementarer "Türöffner" zum Umgang mit Menschen ist, die von einer Demenz betroffen sind. Die aus der Biographiearbeit gewonnenen Informationen sind auch eine wichtige Grundlage für die Gestaltung des Tagesablaufes. Wir bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten der Beschäftigung.

Mit einem spezifischen Konzept gehen wir auf die Bedürfnisse der Betroffenen ein. Unser Ziel ist es, vorhandene Fähigkeiten so lange wie möglich zu erhalten. Wir fördern die Lebensfreude und das Wohlbefinden unserer Patienten durch eine die Sinne anregende Beschäftigung und das Training der Alltagsaktivitäten. Die Betroffenen sollen sich geborgen und verstanden fühlen und ihren Alltag so lange wie möglich selbst bewältigen.
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